CDU Iserlohn

Verkehrssituation Dördel

Antrag zur Tagesordnung des Verkehrsausschusses
hier: Verkehrssituation Dördel
 
Sehr geehrter Herr Neumann,

hiermit beantragt die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Iserlohn die Aufnahme des Tagesordnungspunktes „Verkehrssituation am Dördel“ für die Ausschusssitzung am 24.11.2026 und beantragt aufbauend auf den Beschlüssen des letzten Verkehrsausschusses die Abstimmung über folgenden Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:
Die Verwaltung wird beauftragt, die STADTprojekt GmbH als städtische Entwicklungsgesellschaft mit der Erarbeitung und Koordination eines integrierten Verkehrs-, Mobilitäts- und Parkraumkonzeptes für den Dördel und die angrenzenden Bereiche zu betrauen.

Bestandteil des Konzeptes soll insbesondere eine Potenzialanalyse sein. Diese soll geeignete städtische und private Grundstücke sowie bereits versiegelte oder anderweitig nutzbare Flächen identifizieren, auf denen zusätzlicher Parkraum geschaffen oder vorhandener Parkraum effizienter genutzt werden kann.

Begründung:
Die Verkehrs- und Parksituation am Stadtteil Dördel ist seit vielen Jahren angespannt. Durch die weitere Entwicklung des St. Elisabeth Hospitals, die Ärztehäuser und die übrigen Einrichtungen im Quartier ist perspektivisch mit zusätzlichen Verkehren und einem weiter steigenden Stellplatzbedarf zu rechnen. Gleichzeitig müssen die berechtigten Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner berücksichtigt und Belastungen durch Parksuchverkehr sowie in den Wohnstraßen abgestellte Fahrzeuge reduziert werden.
Der Verkehrsausschuss hat sich in seiner letzten Sitzung bereits mit einzelnen Maßnahmen zur Verbesserung der Situation befasst. Dazu gehören insbesondere die Prüfung einer Aufstockung des Parkhauses am Stadtbahnhof, die Ermittlung des Bedarfs an Dauerstellplätzen, eine mögliche Brückenverbindung über die Bahngleise sowie die bessere und gegebenenfalls mehrfache Nutzung vorhandener Stellplatzanlagen. Diese Einzelmaßnahmen sollen nun in einem übergeordneten Verkehrs-, Mobilitäts- und Parkraumkonzept gebündelt, fachlich bewertet und um weitere Lösungsansätze ergänzt werden.
Im Rahmen des Konzeptes sollen insbesondere die Erweiterung und Aufstockung vorhandener Parkhäuser und Stellplatzanlagen, die Schaffung neuer oberirdischer oder baulicher Stellplatzangebote sowie die Mehrfachnutzung vorhandener Stellplätze durch unterschiedliche Nutzergruppen untersucht werden.
Neben der Schaffung zusätzlichen Parkraums sind auch Maßnahmen zur Verbesserung des Fuß- und Radverkehrs, des öffentlichen
Personennahverkehrs sowie ergänzende Mobilitätsangebote für die Beschäftigten des Krankenhauses, der Ärztehäuser und weiterer Einrichtungen einzubeziehen. Darüber hinaus soll durch einen externen Verkehrsgutachter geprüft werden, wie eine bedarfsgerechte Parkraumbewirtschaftung unter angemessener Berücksichtigung der Interessen von Anwohnern, Beschäftigten, Patienten und Besuchern gestaltet werden kann.

Eine zentrale Grundlage des Konzeptes soll eine Potenzialanalyse bilden. Diese soll nicht nur die vorhandenen Parkplätze betrachten, sondern im gesamten Quartier gezielt städtische und private Grundstücke sowie sonstige geeignete Flächen identifizieren, auf denen zusätzlicher Parkraum geschaffen werden könnte. Neben der technischen und planungsrechtlichen Machbarkeit sind dabei die Verfügbarkeit der Grundstücke, mögliche Erwerbs- und Kooperationsmodelle, die Wirtschaftlichkeit sowie gegebenenfalls bestehende Fördermöglichkeiten zu untersuchen.
Die wesentlichen Arbeitgeber, Einrichtungen, Grundstückseigentümer und Anlieger im Untersuchungsgebiet sollen frühzeitig in die Erarbeitung einbezogen werden. Dabei ist insbesondere der konkrete Bedarf an Dauer-, Mitarbeiter-, Besucher- und Anwohnerstellplätzen zu ermitteln. Durch die Einbindung der örtlichen Akteure können vorhandene Stellplatzangebote, betriebliche Mobilitätsbedarfe und mögliche Kooperationsmodelle realistisch erfasst werden.

Mit der STADTprojekt GmbH steht der Stadt eine eigene Entwicklungsgesellschaft zur Verfügung, die über Erfahrungen in der
Projektentwicklung, der Grundstücksmobilisierung, der Fördermittelakquise und der Zusammenarbeit mit externen Fachplanern verfügt. Für die erforderlichen Fachuntersuchungen sollen bei Bedarf externe Verkehrsgutachter und weitere Fachbüros hinzugezogen werden können.
Die erfolgreiche gemeinsame Beantragung von Fördermitteln für das WaldstadtQuartier zeigt, dass Stadtverwaltung und STADTprojekt komplexe Entwicklungsaufgaben partnerschaftlich bearbeiten und Fördermöglichkeiten wirksam erschließen können. Daher sollen parallel geeignete Förderprogramme des Landes, des Bundes und gegebenenfalls weiterer Fördergeber geprüft und – soweit möglich – gemeinsam durch die Stadt Iserlohn und die STADTprojekt GmbH beantragt werden.

Dem Verkehrsausschuss sollen zunächst die vorgesehene Abgrenzung des Untersuchungsgebietes, der Leistungsumfang, ein Zeitplan und eine erste Kostenschätzung vorgestellt werden. Im weiteren Verfahren ist regelmäßig über die Zwischenergebnisse, die identifizierten Flächenpotenziale und die entwickelten Maßnahmen zu berichten.

Ziel ist ein belastbares und umsetzungsorientiertes Gesamtkonzept, das kurzfristige Verbesserungen ebenso aufzeigt wie mittel- und langfristige Investitionsmaßnahmen. Auf dieser Grundlage können die bereits gefassten Beschlüsse systematisch weiterentwickelt und konkrete Entscheidungsgrundlagen für Politik, Verwaltung und die beteiligten Akteure geschaffen werden.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Frank Höppe                        gez. Thorsten Kois
Ratsmitglied                                Ratsmitglied
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