Rede für den Haushalt 2019

IKZ-Pressebericht: Mehr Licht für die Brabeckstraße
11. Dezember 2018
CDU-Antrag: REGIONALE 2025 Projektidee “Digitaler Wissenscampus”
12. Dezember 2018

Lesen Sie hier die Haushaltsrede des CDU-Fraktionsvorsitzenden Fabian Tigges im Rahmen der Ratssitzung vom 11.12.2018:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst möchte ich meine anerkennende Freude zum Ausdruck bringen, dass seit wenigen Monaten eine lange nicht mehr dagewesene Sach- und Fachorientiertheit in Verwaltung und Politik eingekehrt sind, die dieser Stadt sehr gut tun.

Die Arbeit des Kämmerers und seinem Team in der Finanzverwaltung findet unsere vollste Zustimmung, so dass meine Fraktion dem Haushalt heute zustimmen wird.

Da sich auch sonst gegenwärtig einiges in die richtige Richtung entwickelt – die Gesamtschule Seilersee klammere ich ausdrücklich aus – möchte ich meine Haushaltsrede nutzen, um heute für ein Regionale-Projekt zu werben, dass meine Fraktion in den letzten Wochen mit viel Arbeitsaufwand konzipiert hat und was nach Meinung der CDU nicht nur visionär und die Antwort auf die digitale Transformation sowie auf viele Fragen der zukünftigen Entwicklung Iserlohns ist, sondern auch etliche Parameter erfüllt, die eine REGIONALE-Förderung voraussetzt.

Unter den Arbeitsfeldern: „Wirtschaft.Wissenschaft.Wohnen.“ geht es hierbei um das Areal Alexanderhöhe und Stadtbahnhof.

Unsere Projektidee bildet die Stärken Iserlohns ab. Sie bringt lokale Akteure und zukunftsfähige Investitionen zusammen. Dabei fußt sie auf bereits vorhandenen Planungen und Teilprojekten und setzt auf die starken Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft unserer Heimatstadt.

Wir möchten ein klares Bekenntnis zur Weiterentwicklung der Hochschulen in Iserlohn aufzeigen und die Möglichkeit bieten können, sich über die eigenen Grenzen hinaus zu vernetzen. Alles ist dabei auf Kooperationen ausgelegt, ein regelrechter Schulterschluss innerhalb Iserlohns.

Die Verwirklichung geht einher mit einem immensen Entwicklungsschub; Iserlohn erhält gewissermaßen ein neues Gesicht, optisch, aber auch in den Köpfen der Menschen in der Region Südwestfalen. Wir können Heimat von neuen und innovativen Unternehmen und Startups werden, ebenso können wir unsere heimische Wirtschaft auf dem Weg der digitalen Transformation begleiten. Fachkräfte können vor Ort aus- und weitergebildet werden. Dazu gehört auch, dass wir Iserlohn als Ausbildungsstadt weiter stärken. Wir möchten studentisches Leben in Iserlohn endlich auch sichtbar machen, der Park der Alexanderhöhe wäre beispielsweise ein idealer Campus.

Generell bieten sich das Gelände an der Alexanderhöhe und die brachliegende Fläche am alten Güterbahnhof aus unserer Sicht ideal als Entwicklungsfläche an. Die Alexanderhöhe könnte ein innovativer, dynamischer und kreativer Ort im Herzen von Iserlohn werden. Die Entwicklung dieses Areals erfolgt aus einem Guss.

Für die CDU steht ganz klar fest: Iserlohn braucht eine multifunktionale Veranstaltungshalle, gerne als Anbau an das Parktheater. Hier muss es zukünftig wieder möglich sein, neben Großveranstaltungen wie dem traditionellen Schützenfest auch Kulturveranstaltungen durchführen zu können. Die neue Veranstaltungshalle wäre eine hervorragende kulturelle Ergänzung zu den Angeboten im Parktheater. Natürlich muss die Veranstaltungshalle mit modernster Medien- und Konferenzraumtechnik ausgestattet werden und könnte den Fachhochschulen bei Bedarf für Vorlesungen zur Verfügung stehen. So könnte die Halle ganzjährig optimal genutzt werden.

Denke ich an Kreativität und Innovation, dann denke ich auch an eine neue Stadtbücherei: Es geht heute um mehr als um Bücher! Die neue Stadtbibliothek soll digitaler Knotenpunkt werden und kann auf die zum Teil großen Bestände der Schul- und Hochschulbibliotheken zugreifen – ein Mehrgewinn für alle Nutzer. Die neue Iserlohner Stadtbibliothek soll nach Auffassung der CDU in Zukunft zum Treffpunkt für Jung und Alt werden. Neben den Flächen für Bücher und Medien könnten Lese- und Veranstaltungsräume oder eine Spiel- und Lernfläche in einer Kinderbibliothek entstehen. Auch sogenannte „Maker Spaces“, Werkräume für Kinder und Jugendliche zum Forschen und Entwickeln, wären für Iserlohn denkbar. Auch Gastronomie-Angebote könnten und sollten entstehen. Wir bringen das Thema Bücherei in diesen Prozess nicht aus dem Beweggrund ein, weil wir vielleicht einen neuen Bücherei-Standort benötigen, sondern weil man es konzeptionell als Mosaikstein im Gesamtkontext betrachten muss.

Meine Damen und Herren,

auch mit modernen Arbeitsformen müssen wir uns als Stadt beschäftigen und entsprechenden Raum zur Verfügung stellen: In sogenannten „Co-Working Spaces“, also offenen Bürogemeinschaften, können Freiberufler, Kreative und Startups zusammen arbeiten und voneinander profitieren. Auch innovative Verwaltungsbereiche könnten hier ihre Heimat finden, vorausgesetzt ist dabei ein Umdenken in der Stadtverwaltung. Unsere Zielgruppen sind digitale, technologische und kreative aber auch soziale und handwerkliche Gründer und Start-ups.

Die effiziente Speicherung, Weitergabe und Nutzung von Daten, die innerhalb eines Unternehmens produziert werden, wird als Data Science bezeichnet und nimmt eine immer bedeutendere Rolle in der Wirtschaft ein. Sowohl die Fachhochschule Südwestfalen als auch die Universität am Seilersee (University of Applied Sciences Europe) bieten bereits in Iserlohn Studiengänge in diesem Fachgebiet an. Trotz vielversprechender Ansätze steht der Einsatz solcher Fachkräfte besonders im betrieblichen Bereich noch am Anfang. Eine Lösung könnte die Gründung eines Instituts sein, das sich mit Data Science speziell für den Mittelstand aber auch für kreisangehörige Kommunen beschäftigt und berufsbegleitende Weiterbildung in Zusammenarbeit mit unseren Fachhochschulen organisieren könnte. Mit der Ausbildungsgesellschaft Mittel-Lenne und dem Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft befinden sich auch mögliche Kooperationspartner direkt vor Ort.

Auch intelligentes, zentrumsnahes und generationenübergreifendes Wohnen ist ein wichtiger Aspekt bei der zukünftigen Entwicklung Iserlohns. Dieses Thema werden wir ebenfalls näher betrachten.

Die Finanzierung dieses Projektes fußt insbesondere auf den Fördergeldern der REGIONALEN aber auf auch privaten Investoren.

Unser Projekt hat gute Chancen innerhalb des Qualifizierungsprozesses der REGIONALEN, da es die relevanten Aspekte Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Authentizität aufweist. Unsere Idee verknüpft lokale Gegebenheiten mit zukunftsfähigen Ideen ohne dabei die Stärken, Traditionen und Eigenschaften unserer Heimatstadt zu übergehen. Im Gegenteil. Es erhöht die Attraktivität Iserlohns als Arbeits- und Ausbildungsstandort und schafft eine bessere Aufenthalts- und Lebensqualität. Zeitgleich trägt das Projekt dazu bei, aktuelle und künftige Herausforderungen zu bewältigen und die Zukunftsfähigkeit Iserlohns und Südwestfalens zu stärken.

Die CDU hat die Bereitschaft neue Wege zu gehen, wir laden Verwaltung und Politik ein, gemeinsam als Stadt Iserlohn mal wieder ein Ausrufezeichen zu setzen!