Marienhospital: Redebeitrag des CDU-Fraktionsvorsitzenden Fabian Tigges für die Ratssitzung am 25. Juni 2019

CDU-Pressemitteilung: Der NahTourBus kommt
21. Juni 2019
CDU-Antrag: Sachstand “Projekt Seepferdchen”
28. Juni 2019

Lesen Sie hier den Redebeitrag des CDU-Fraktionsvorsitzenden Fabian Tigges für die Ratssitzung am 25. Juni 2019 zur TO 3: Schließung Marienhospitals in Letmathe:

Ich begrüße es ausdrücklich, dass es einen Schulterschluss der Politik in Iserlohn gibt, die sich interfraktionell hinter das Marienhospital stellt. Das ist ein deutliches Zeichen, dass der Märkische Kreis eigentlich nicht ignorieren kann. Ebenso wenig wie die beeindruckende Zahl von 20.000 Unterschriften!

Die Märkischen Kliniken geben in diesen Tagen ein erschreckendes Bild ab. Die Nicht-Kommunikation des Märkischen Kreis macht mich im wahrsten Sinne des Wortes sprachlos. Das ist ein Politikverständnis, das ganz ganz weit von dem meiner Fraktion entfernt ist und ein Affront gegenüber Bürgerinnen und Bürgern und den Mitarbeitenden des Marienhospitals ist.

Unstrittig ist, dass die wirtschaftliche Situation für kleine Klinikstandorte schwierig ist. Dass man mit einem guten Konzept dem aber entgegenwirken kann, hat das Marienhospital von 2010 bis 2017 bewiesen, wo es 2,8 Millionen Euro Plus erwirtschaftet hat. Gespräche in den letzten Tagen haben verdeutlicht, dass das Klinik-Aus durch bewusstes Handeln regelrecht provoziert wurde. Karsten Meininghaus wird dies gleich in seinem Redebeitrag auch noch einmal herausstellen.

Selbst wenn das Klinik-Aus wirtschaftlich unumgänglich sein sollte, dann stelle ich mir die Frage, warum der Märkische Kreis nicht zumindest einmal Gedanken für eine künftige Entwicklung bzw. Nutzung des Areals frühzeitig in Betracht gezogen hat? Was soll aus dem Areal werden? Wie steht es um den Fortbestand von Dialyse, Seniorenzentrum oder Marienkapelle? Letztlich sind dies doch alles ineinander verwobene Komplexe die nur schwer solitär zu betrachten sind. Auch ergeben sich neue Anforderungen an den Rettungsdienst-Bedarfsplan, wenn der Standort Marienhospital nicht mehr angefahren werden kann.

Was uns nicht weiterhilft ist es, auf Kreisebene eine Entscheidung hinauszuzögern und zu vertagen. Das würde nur dann Sinn machen, wenn wir selbst ein Lösungsszenario entwickeln können, dass einen Fortbestand sichert.

Der Märkische Kreis und die Märkischen Kliniken tragen Verantwortung für die medizinische Grundversorgung. Der Erhalt des Marienhospitals ist Daseins-Fürsorge! Die Iserlohner CDU akzeptiert es nicht, leichtfertig 147 Jahre Krankenhausgeschichte in Letmathe so zu beenden.

Mein Dank gilt allen Bürgerinnen und Bürgern und natürlich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich in diesen Tagen für das Marienhospital stark machen. Wer diese deutlichen Zeichen ignoriert, hat jegliche Bodenhaftung verloren.

– Es gilt das gesprochene Wort.-