IKZ-Pressebericht: Neue Pläne für die Bahnunterführung in Kalthof

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Kalthof. Der Zweckverband Nahverkehr legt ein Veto ein. Die Stadt nutzt das für die Prüfung einer breiteren Lösung.

Es kommt wieder Bewegung in die Planungen zur Bahnunterführung in Kalthof. Vor wenigen Wochen noch, so Stefan Woelk, Vorsitzender der Ortsunion Hennen-Kalthof, seien die Chancen für eine Abwendung der bloßen Eins-zu-Eins-Erneuerung noch gegen Null gelaufen. Nun durfte der CDU-Mann Pläne in Augenschein nehmen, die eine deutliche Verbreiterung der Unterführung mit einer zweispurigen Fahrbahn vorsehen. Die Pläne, die Stefan Thiemann, in der städtischen Bauverwaltung für Straßen und Brücken zuständig, gestern den Vertretern der CDU vorstellte, sind das Ergebnis eines runden Tisches, zu dem Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens Ende Juni eingeladen hatte.

Neue Pläne sind Ergebnis eines runden Tisches

Zur Erinnerung: Bereits 2015 hatte die Bahn angekündigt, die 1908 erbaute Unterführung zu erneuern. Die Eins-zu-Eins-Lösung, bei der die Breite gleich bleibt, galt seitens der Stadt seitdem mehr oder weniger als alternativlos, weil ursprünglich nur für diese Lösung die Bahn die Kosten übernehmen wollte, jede Verbreiterung also hohe Kosten für die Stadt verursachen würde. Obwohl die Aufteilung der 6,40 Meter breiten Unterführung optimiert und die Sicherheit der Fußgänger erhöht werden sollte – auch durch einer Verbreiterung der Zufahrt vom Kettenwerk Thiele aus – gab es von den Kalthofer Bürgern starke Proteste gegen diese Lösung. Unterstützung fanden sie auch bei der CDU, deren Landtagsabgeordneter Thorsten Schick dann auch beim diesjährigen Neujahrsempfang einen runden Tisch gefordert hatte.

Dass dieser nun „im stillen Kämmerlein“ stattfand, ohne Politik, stieß zwar übel auf. Dass es dort aber offensichtlich zu einem grundsätzlichen Umschwenken und einer Öffnung für alternative Planungen kam, begrüßen die Christdemokraten sehr. Hinter der Kehrtwende steckt der Zweckverband Nahverkehr Lippe (NWL), der ein Veto gegen die Pläne einlegte, den Bahnverkehr für die Bauzeit einzustellen.

Bei der kleinen Eins-zu-Eins-Lösung würde die Unterführung für mehrere Monate stillgelegt. Da dadurch Teile des Dorfes inklusive der Grundschule komplett abgeschnitten würden, hatte die Stadt geplant, eine ebenerdige Querung der Bahnlinie einzurichten und die Züge in Kalthof enden zu lassen. Damit ist der NWL allerdings nicht einverstanden, da er erhebliche Fahrgastverluste befürchtet. 1600 Fahrgäste werden auf der Strecke Iserlohn Dortmund täglich gezählt, 440 steigen in Kalthof aus oder zu. Überdies befürchtet auch die Bahn erhebliche Kosten für den monatelangen Ersatzverkehr.

Die nun vorgestellten Pläne, die eine elf Meter breite Unterführung mit einer 7,50 Meter breiten zweispurigen Fahrbahn und einem 2,50 Meter breiten Gehweg vorsehen, sind daher auch dem Umstand geschuldet, dass sie für die Bauzeit den Bahnverkehr kaum beeinträchtigen und vermutlich auch der Straßenverkehr vermutlich teilweise aufrecht erhalten bleiben kann. Stefan Thiemann stellte klar, dass diese Maße nicht in Stein gemeißelt seien. Sie sollen aber Grundlage für eine nochmalige Diskussion in den politischen Gremien sowie für eine Kostenermittlung und einen Prüfauftrag für die Stadt sein. Einer ersten Schätzung der Bahn ist mit Kosten von unter 4,5 Millionen Euro zu rechnen, wobei sich Bahn mit zwei Dritteln beteiligen würde. Weitere Fördermöglichkeiten sollen ebenfalls ermittelt werden.

CDU fordert mehrBürgerbeteiligung

Ob aber diese nun sehr groß gedachte Lösung wirklich im Sinne der Kalthofer ist, wurde gestern bezweifelt. Eine zweispurige Lösung sei nie aus dem Dorf gefordert worden, sagte Stefan Woelk. Es gehe vorrangig um die Sicherheit der Fußgänger, die über eine breitere aber einspurige Lösung zu erreichen sei. Nun eine unter Umständen sehr teure Lösung anzustreben, die über das Ziel hinausschießt, sei auch nicht sinnvoll. Die CDU fordert daher nochmals eine größere Bürgerbeteiligung bei diesem sensiblen Thema. Es sei schwierig.

 

 

Quelle: Ralf Tiemann und Michael May // Iserlohner Kreisanzeiger vom 05.09.2018 // https://www.ikz-online.de/staedte/iserlohn/neue-plaene-fuer-die-bahnunterfuehrung-id215254587.html