IKZ-Bericht: Über 400 Stellplätze auch ohne Parkhaus

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Lesen Sie hier den Bericht des Iserlohner Kreisanzeigers vom 24. März 2018 über den Alternativvorschlag der CDU zum Bau des Parkhauses Seilersee:

CDU-Fraktion sieht in Grundstückstausch mit Autohaus eine „Win-win-Situation“ für alle am Seilersee

Iserlohn. Die CDU-Ratsfraktion möchte in die beschlossene Suche und Prüfung von sinnvollen Alternativen zum Parkhaus am Seilersee Bewegung bringen und machte daher gestern in einem Schreiben an Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens noch mal auf eine sehr naheliegende Möglichkeit besonders aufmerksam, die sie schon in ihrer Anfrage vor der Ratssitzung thematisiert hatte.

Es geht, auch wenn die CDU es nicht explizit schreibt, um das Grundstück des Mercedes-Autohauses Jürgens, dessen Name auch bereits in der Ratssitzung mehrfach fiel. „Die CDU-Fraktion bittet darum, dass eine grundsätzliche Machbarkeit zum Grundstückstausch zwischen dem Grundstück des Autohauses an der Seeuferstraße und dem städtischen Grundstück ,Kirmesplatz’ geprüft wird“, schreiben der Fraktionschef Fabian Tigges und sein Stellvertreter Michael Schmitt in dem Brief an den Bürgermeister.

Multifunktionaler Platzauch für Osterkirmes nutzbarDenn auf dem dann freien Autohaus-Gelände könnte von der Grundfläche her ein Parkplatz mit über 400 Stellplätzen entstehen, so dass die im Verkehrsgutachten geforderte Anzahl von 407 Plätzen auch ohne Parkhaus realisiert wird. Und der Platz könnte laut CDU so konzipiert sein, dass er multifunktional, also beispielsweise für die Osterkirmes, genutzt werden könne. „Ein Grundstückstausch wäre eine Win-win-Situation sowohl seitens des Autohauses, welches nun in eine exponiertere Lage rückt, als auch für die Stadt Iserlohn, deren Kosten für Bau und Betrieb eines Parkhauses wegfallen würden“, schreibt die Fraktionsspitze.

Auch wenn mit den Schaustellern, wie zu hören war, jetzt noch kein Kontakt aufgenommen wurde, so kann man deren Reaktion über einen wirklich befestigten Festplatz zumindest sehr gut erahnen. Denn alljährlich ärgern sie sich über den Zustand des Kirmesplatzes und sorgen stets mit etlichen Kubikmetern Schotter selber dafür, dass die Besucher nicht von einem Schlagloch ins nächste kommen. Dass die Fläche des Autohauses nicht ganz der Größe des jetzigen Kirmesplatzes entspricht, dürfte indes dem Vernehmen nach auch kein unüberwindbares Hindernis sein, bietet doch der direkt anschließende Parkplatz vor der Eissporthalle sowie die breite Zuwegung für Fußgänger und Radfahrer, die zwischen den dortigen geplanten Busspuren und der Gesamtschule entstehen soll, noch ausreichend Platz beispielsweise für eine Budengasse.

Die CDU macht in ihrem Schreiben noch auf einen anderen Vorteil an dieser Stelle aufmerksam, der ihrer Meinung nach besteht: Der neue Parkplatz rücke damit näher an das Areal der Gesamtschule heran, so dass auch die geplante Hol- und Bringzone für die „Eltern-Taxis“ möglicherweise dort und nicht auf dem Parkplatz vor der Eissporthalle eingerichtet werden könnte. Der bleibe indes, abgesehen von den geplanten Busspuren, „mit seinem parkähnlichen Ambiente weiterhin in seiner Form bestehen“ und damit vor allem auch für die Besucher von Eissporthalle, Seilerseebad und Freibad Schleddenhof sowie Spaziergänger kostenlos. Die angedachte Kostenübernahme der Parkgebühren im Parkhaus zum Beispiel für die Seilerseebad-Besucher müsste dann auch nicht mehr die Bädergesellschaft aufbringen, wobei es letztlich die Stadt getragen hätte.

„Wirtschaftlich vertretbar und städtebaulich besser“Der CDU-Fraktion sei sehr daran gelegen, „eine Alternativlösung zu finden, die wirtschaftlich vertretbar ist und sich städtebaulich besser in das Landschaftsbild des Seilersees einfügt“, schreiben Tigges und Schmitt und unterstreichen, dass „eine Versachlichung der ganzen Angelegenheit“ für die Christdemokraten „jetzt oberste Priorität“ habe.

Wobei sie in ihrem Brief an den Bürgermeister zugleich zum Ausdruck bringen, dass diese Alternativen ihrer Ansicht nach „schon vor Monaten hätten geprüft werden müssen“. Denn die CDU habe bereits im Verkehrsausschuss am 10. Oktober vergangenen Jahres die Untersuchung genau dieser Lösung angemahnt. „Diese hatten Sie, Herr Bürgermeister, aber nicht mit dem nötigen Nachdruck verfolgt und von vorneherein ausschließlich den Bau eines Parkhauses favorisiert.“ Um so mehr gelte, jetzt aktiv zu werden, mit dem Eigentümer des Grundstücks an der Seeuferstraße die Überlegungen zu diskutieren und den politischen Gremien vorzulegen. Möglicherweise, so die CDU, gebe es auch neben dem Kirmesplatz noch weitere alternative Grundstücke für das Autohaus.

 

Quelle: Torsten Lehmann, IKZ vom 24.03.2018, https://www.waz.de/staedte/iserlohn/ueber-400-stellplaetze-auch-ohne-parkhaus-id213833011.html

Bildquelle: CDU / Geoportal der Stadt Iserlohn